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Neue Features für künftige Versionen von SQL Server

1. April 2016

SQL Server 2016 steht vor der Tür und wird voraussichtlich noch in diesem Quartal veröffentlicht. Die Release Candidates sind schon verfügbar und auch die Features sind mittlerweile weitgehend bekannt. Allerdings wird bereits an der darauf folgenden Version gearbeitet, zu der nun die ersten Infos zu möglichen Features durchgesickert sind:

Gefilterte gruppierte Indizes

Die Daten der Tabelle werden in zwei verschiedenen Arten vorgehalten. Die Zeilen, die der WHERE-Klausel entsprechen werden in Form eines gruppierten Indexes abgelegt, während die restlichen Zeilen als Heap gespeichert werden. Somit können bei passenden Abfragen die Vorteile eines gruppierten Indexes mit denen eines gefilterten Indexes kombiniert genutzt werden. Im Notfall ist aber auch noch die Gesamtheit der Daten abfragbar, ohne die indizierten Daten doppelt speichern zu müssen.

Beispiel:

CREATE CLUSTERED INDEX CX_PersonPhone_BusinessEntityID_CellPhoneNumber
ON Person.PersonPhone(PhoneNumber)
WHERE PhoneNumberTypeID=1

Der neue DISLIKE-Operator

Mit dem neuen DISLIKE Vergleichsoperator steht bald eine kompaktere Form des NOT LIKE zur Verfügung.
Während die alte Variante aber eine Kombination aus zwei Operatoren ist (LIKE-Operator mit anschließender Negierung durch NOT), wird der neue DISLIKE-Operator in einem Schritt ausgeführt und arbeitet daher auch deutlich performanter.

Beispiel:

SELECT * FROM Person.Person
WHERE LastName DISLIKE ‚Brown%‘

Da es sich bei diesem neuen Operator um eine T-SQL Erweiterung handelt, dürfte dieses Feature (auch wenn es ein Performance-Feature ist) nicht nur der Enterprise Edition vorbehalten sein, sondern stattdessen auch für die kleineren Editionen von SQL Server (bis hin zu Express) zur Verfügung stehen.

Neue Datentypen: CHAR(MAX), NCHAR(MAX), BINARY(MAX)

Beim Einfügen eines Datensatzes mit einem der so deklarierten Felder, wird nach dem Speichern der übrigen Spalten der maximal verfügbare Platz auf der jeweiligen 8 KB-Speicherseite für dieses Feld belegt und mit Leerzeichen (bzw. 0-Bytes bei BINARY(MAX)) aufgefüllt. Daraus ergibt sich die Einschränkung, dass nur ein Feld pro Tabelle einen der drei genannten Datentypen verwenden kann, da sonst nicht eindeutig geregelt ist, welches Feld den verfügbaren Platz belegen kann.

Das hat zur Folge, dass ein Datensatz, der einen der genannten Datentypen verwendet, genau eine Speicherseite belegt, wodurch Themen wie Füllfaktor und Index-Padding für diese Tabellen dann nicht mehr relevant sind. Durch die daraus resultierende direkte Beziehung (Anzahl Datensätze = Anzahl Speicherseiten) kann SQL Server deutlich genauere Vorhersagen treffen, wie viele Speicherseiten für die Ausführung einer Abfrage zu lesen sind, was wiederum bessere Ausführungspläne zur Folge haben kann.

Sinnvoll einzusetzen ist dieses Feature aber sicherlich nur dann, wenn die Tabelle ohnehin so breit ist, dass nicht allzu viele Zeilen auf eine Speicherseite passen würden, da ansonsten der Vorteil der insgesamt weniger zu lesenden Speicherseiten überwiegt.

Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt noch, wann diese Features in SQL Server Berücksichtigung finden. Nach den bisherigen Releasezyklen wäre etwa 2018 mit der nächsten Version von SQL Server zu rechnen, wobei es bei Microsoft auch im Bereich der Serverprodukte Ansätze gibt, häufigere aber dafür kleinere Releases zu veröffentlichen.

 

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